Cy, Stella, Eva und Leo machen vor, dass heißer Rocksound keine Frage des Alters ist.

Are you ready?“, brüllt Leo ins Mikrophon, die Menge jubelt. Stella haut die ersten Gitarrenriffs raus, Cy setzt mit seinen donnernden Beats den Puls, Eva am Bass gibt dem Sound Fülle. Leo springt, reißt die Hände in die Höhe, klatscht, heizt das Publikum an. Dann legt er los und jede Menge Rock in seine Stimme. Hunderte Faschingsnarren tanzen am Faschingsdienstag dieses Jahres am Hauptplatz St. Johann zur Musik von „The Greets“, sie grooven, gehen ab. Die Stimmung: „Ein Wahnsinn!“, erinnert sich Leadsänger Leo. Es war das bislang größte Konzert der Jugendband, aber so soll es nicht bleiben. Denn Benjamin, Stella, Eva und Leo haben große Pläne.

Alles, außer Schlager

Angefangen hat alles 2022, als Cy Benjamin beschloss, eine Band zu gründen. Über eine Kollegin erfuhr Stella Berktold davon, sie verfolgte denselben Traum. Match! Dann kam Eva Jöbstl ins Spiel: Stellas und Evas Väter sind Freunde, das eine ergab das andere. Dass Eva zwar Gitarre, aber gar nicht Bass spielte, den man für die Band brauchte, war kein Hindernis – sie lernte schnell. Die Position Gesang besetzte man zunächst mit einer jungen Sängerin, die jedoch die Band bald wieder verließ. Stella übernahm daraufhin das Casting und lud drei Gesangstalente im Alter zwischen zwölf und 15 Jahren zum Vorsingen ein, Leo ergatterte den begehrten „Job“.
Nun komplett, legten sie los. Alles, was Rock, Punk und Pop ist, wird gecovert und mit viel Drive gespielt. Wie sieht es mit Deutschem Schlager aus? Cy verzieht das Gesicht. „Alles, außer das!“
Mag vielleicht auch nicht immer jeder Ton perfekt sein: Der Sound und die Energie, die die vier jungen „Wilden“ auf die Bühne bringen, macht alles wett. Am liebsten covern sie bekannte Bands wie „Green Day“, aber sie haben auch schon selbst komponiert. Den Song „Snowboarding“ beispielsweise. „Den kennen die Leute schon und singen mit“, freut sich Stella. Und die Band selbst, die kennen auch immer mehr Menschen: 850 Follower hat die Band auf Instagram. Social Media hilft dabei, die Bekanntheit schnell weiter zu erhöhen. Vor allem sind es aber laute Auftritte voll Dynamik und jugendlicher Unbekümmertheit, die immer mehr Fans kreieren. Mehr als 30-mal standen „The Greets“ inzwischen schon auf der Bühne. In St. Johann, aber beispielsweise auch in Wörgl und Kufstein. „Wenn ich mir ein Video vom ersten Auftritt 2023 in der Musikschule anschaue und ein Video von einer heurigen Veranstaltung, der Unterschied ist ein Wahnsinn, wir sind um so vieles besser geworden“, so Cy.

„Voll die Connection“

Die Liste der Songs, die man ins Repertoire aufnimmt, wird gemeinsam festgelegt, immer wieder kommen neue Lieder dazu. Cool seien Stücke, die zwar anspruchsvoll und fordernd, aber doch nicht zu schwer zu spielen seien, sagt Cy. „Holiday“ von „Green Day“ ist so eines. Macht das Publikum mit und lässt sich von der Freude auf der Bühne anstecken, laufen „The Greets“ zur Höchstform auf. Es sind Sternstunden für die angehenden Rockstars, wenn die Energie zwischen Band und Publikum spürbar ist, wenn alle „volle abgehen“. Und wenn nicht? „Dann ist das ziemlich frustrierend“, gesteht Stella. Auch das ist schon passiert. Meistens aber ist da „voll die Connection“ zwischen „The Greets“ und den Zuhörenden, dann geht die Post ab. Stehen mehrere Konzerte innerhalb kurzer Zeit an, muss sich Leo seine Kräfte einteilen – Stimmbruch. Zuhause auf der „Rübezahl-Alm“ in Ellmau, scheint er wie für die Bühne gemacht. Seit er zwei Jahre alt ist, singt er – bei Partys auf der Hütte, bei der Oma in der Küche, unter der Dusche. Stella übernimmt bei Bedarf die zweite Stimme.
Leo tritt so selbstbewusst auf, dass man ihm Nervosität vor dem Auftritt nicht zutraut. Wie sieht es bei den anderen aus, haben sie zu Beginn eines Auftritts wackelige Knie? Cy gesteht, dass er sich anfangs beim ersten Song vor Aufregung regelrecht an seine Sticks geklammert habe, aber schon beim zweiten habe die Anspannung nachgelassen. „Das war am Anfang ja wirklich ein bisschen gruselig: Alle Leute schauen dich erwartungsvoll an, und du musst schauen, dass du dich nicht verspielst.“ Inzwischen wissen „The Greets“: Auch wenn einer von ihnen einmal kurz patzt, fällt das meist gar nicht auf. Einfach weiterspielen! Hauptsache, der Sound und die Energie passen. Nach dem Konzert gibt es dann den verdienten Eistee, den Leo literweise trinkt, wie er erzählt.
Negative Kritik ist bisher die Ausnahme und kommt, wenn, von anderen Jugendlichen, meist in der Schule. Cy sieht das gelassen: „Die müssen sich für uns interessieren, sonst würden sie mich nicht auf die Band ansprechen.“

Cy, Stella, Eva und Leo: Alle vier können sich vorstellen, eines Tages von ihrer Musik zu leben und große Hallen mit tausenden von Fans zu füllen. Mit eigenen Songs, in ihrem eigenen Stil geschrieben. Touren durch ganz Österreich, Deutschland, vielleicht sogar durch die ganze Welt: Warum nicht?
Der Bandname stammt übrigens von Cy – ein Phantasiewort, das keine Bedeutung hat. Aber das ändert sich gerade, „The Greets“ wird zum Begriff. Wenn ihr euch jungen, frischen Power-Rock für eure Party oder Feier wünscht, dann holt euch „The Greets“!

Kontakt:
bandthegreets@gmail.com
Doris Martinz