Die 2. St. Johanner Zeitung Leserreise begeisterte die 38 Teilnehmer.
Vom 6. bis 10. Mai 2026 lud die St. Johanner Zeitung, zusammen mit dem Reisebüro Profi Tours aus Ellmau, zu ihrer zweiten Leserreise ein. Ziel waren die geschichtsträchtigen Kulturlandschaften Venetiens und der Lombardei. Die Vorfreude war spürbar, als sich die 38 Teilnehmer:innen in den frühen Morgenstunden des 6. Mai in St. Johann versammelten. Der komfortable Reisebus der Firma Schreder stand bereit, und kaum waren die Koffer verstaut, ging es auch schon los in Richtung Süden. Das erste große Etappenziel war Valeggio sul Mincio – die offizielle Partnerstadt von St. Johann in Tirol. Im bekannten, romantischen Ortsteil Borghetto sul Mincio, der mit seinen historischen Wassermühlen direkt in den Fluss gebaut ist, gaben wir uns der kulinarischen Berühmtheit der Region hin: den handgemachten „Tortellini di Valeggio“. Gut gestärkt und verzaubert vom Flair dieses geschichtsträchtigen Ortes setzte die Gruppe ihre Reise fort, um das Hauptquartier der kommenden Tage anzusteuern: die „Löwin von Italien“, die Stadt Brescia.
Die Pracht von Brescia
Als Unterkunft diente das „Centro Paolo VI“ im Herzen von Brescia. Das beeindruckende Gebäude, ein ehemaliges Kloster aus dem 17. Jahrhundert, versprüht eine ganz besondere Atmosphäre. Zum Auftakt des ersten Abends luden die Organisatoren zu einem eleganten Cocktailempfang im wunderschönen, ruhigen Innenhofgarten des Hotels ein.
Der nächste Tag war ganz der Erkundung von Brescia gewidmet. Bei einer geführten Tour durch den historischen Kern der Stadt kamen die Kulturliebhaber voll auf ihre Kosten. Brescia, oft unterschätzt, zeigte sich von seiner glanzvollsten Seite. Wir bestaunten die monumentale „Piazza della Loggia“ mit ihrem venezianischen Palast, den beeindruckenden „Duomo Nuovo“ sowie den direkt daneben liegenden alten Dom („Duomo Vecchio“), einen seltenen romanischen Rundbau.
Ein absolutes Highlight war der Besuch des archäologischen Areals „Capitolium“, wo die römischen Wurzeln der Stadt in Form von Tempelruinen und dem imposanten römischen Theater lebendig wurden.
Nach so viel Historie durfte der Genuss nicht zu kurz kommen. Am späten Nachmittag steuerten wir das weltberühmte Weinbaugebiet der „Franciacorta“ an. Diese Hügellandschaft südlich des Iseosees ist bekannt für Italiens edelste Schaumweine, die streng nach der traditionellen Champagner-Methode im Flaschengärverfahren hergestellt werden. Bei einer hochinteressanten Kellertour blickten wir hinter die Kulissen der Produktion, bevor es ans Eingemachte ging: Bei einer ausgiebigen Degustation wurden die verschiedenen edlen Tropfen fachkundig getestet. Beschwingt und bei bester Laune trat die Gruppe am Abend die Rückfahrt ins Hotel an.
Der Zauber von Cremona
Der Freitag führte uns in die unumstrittene Welthauptstadt des Geigenbaus: nach Cremona. Die Stadt an den Ufern des Po ist der historische Schaffensort der legendärsten Instrumentenbauer der Menschheitsgeschichte – allen voran Antonio Stradivari, aber auch die Familien Amati und Guarneri haben hier ihre Spuren hinterlassen. Erster Programmpunkt war der Besuch in der Werkstatt eines aktiven Geigenbauers. Anschließend übersiedelten wir in das einzigartige, hochmoderne Geigenbaummuseum (Museo del Violino). Nach einer fesselnden Führung durch die Evolution des Instrumentenbaus folgte ein weiterer Höhepunkt unserer Reise: Ein exklusives Konzert im akustisch perfekten Auditorium, gespielt auf einer Original-Stradivari aus dem Jahr 1720. Der glasklare, warme Klang des jahrhundertealten Meisterwerks bescherte uns Zuhörern eine kollektive Gänsehaut.
Die anschließende Stadtführung wartete mit den architektonischen Schätzen Cremonas auf.
In Mantua zu Banden …
Am Samstagmorgen hieß das Ziel Mantua (Mantova), die prachtvolle Residenzstadt der Familie Gonzaga. Für die Tiroler Reisegruppe startete der Besuch traditionsgemäß mit einem Pflichtstopp am Andreas-Hofer-Denkmal in der Cittadella, dem Ort, an dem der Tiroler Freiheitskämpfer 1810 hingerichtet wurde.
Danach übernahm der lokale Reiseführer das Kommando und zog die Gruppe mit einer überaus lustigen, kurzweiligen und unterhaltsamen Stadtführung in seinen Bann. Zum Abschluss des Programms wartete eine gemütliche Schifffahrt auf den drei Seen, die Mantua umgeben. Vom Wasser aus bot sich ein herrlicher, fast unwirklicher Blick auf die Silhouette der Renaissance-Stadt. Den letzten Abend der Reise feierte die Gruppe bei exzellenten italienischen Spezialitäten und mildem Frühlingswetter in Brescia.
Gardasee-Idylle
Auch der Abreisesonntag, der 10. Mai, hielt noch ein landschaftliches Juwel bereit. Die Route führte zunächst Richtung Gardasee nach Maderno. Dort setzte die gesamte Reisegruppe samt Bus mit der Autofähre nach Torri del Benaco über. In dem idyllischen Hafenort am Ostufer des Sees verbrachten wir eine entspannte Mittagspause, bevor es endgültig über den Brenner zurück nach Tirol ging.
Eine Reise, die sowohl kulinarisch als auch geschichtlich Maßstäbe setzte, ging zu Ende.
Ein großes Dankeschön gilt der gesamten Reisegruppe für das wunderbare Miteinander, das diese Tage so besonders gemacht hat. Vielen Dank auch an das Reisebüro Profi Tours aus Ellmau für die maßgeschneiderte Planung, an Doris Erber für die perfekte und umsichtige Reiseleitung sowie an den Fahrer der Firma Schreder, Christoph Vrece, für die stets sichere, angenehme Fahrt und die tolle Bewirtung an Bord.
Walter Nothegger
Leserreise Herbst 2026
Mi., 7. bis So., 11. Oktober
Das Elsass – eine Genussreise zwischen Weinbergen und Fachwerk
Das detaillierte Programm finden Sie in den nächsten Ausgaben der St. Johanner Zeitung.
