Eva Maria Gintsberg spielt im TV-Film „Einfach Elli“ die Krankenschwester Wiebke Hofer. Sie erzählt von den Dreharbeiten im Krankenhaus …

2021 brachte Eva ihren Roman „Herr Klein“ heraus, wir berichteten darüber und über ihren Weg von einer medizinisch-technischen Ausbildung zu Schauspiel und Autorenschaft. Zwei Jahre später erschienen ihre „schichtgedichte“, ein rhythmisches Spiel zwischen Dialekt und Hochsprache. Diesmal treffe ich die Scheffauerin jedoch als Schauspielerin: Sie wirkte in der TV-Reihe „Einfach Elli“ mit, die unter anderem im Krankenhaus St. Johann gedreht wurde. Es war nicht ihr erster TV-Einsatz in der Region, man sah die Schauspielerin schon beim „Bergdoktor“ und auch bei „Soko Kitzbühel“. Dreharbeiten im Krankenhaus und die Tatsache, dass sie diesmal mit der Krankenschwester* Wiebke Hofer eine durchgehende Nebenrolle besetzte, stellten jedoch auch für sie eine Premiere dar. Wie war es? „Es war tatsächlich ein Riesenspaß“, erzählt sie lächelnd. Sie habe seit längerer Zeit nicht mehr für das TV gedreht und sei am ersten Tag entsprechend nervös gewesen, gesteht sie. „Aber ich habe mich dann schnell entspannt. Es ist im Prinzip ja alles da, das Vertrauen in sich selbst, die Lockerheit. Das funktioniert, auch wenn man es länger nicht gemacht hat, man hat es ja gelernt.“ Dann ist Schauspielen wie Radfahren? Sie lacht. „Ja, man verlernt es nicht.“

Theater oder TV?

Das Team, vor allem ihre Schauspielkolleg:innen rund um Hauptdarstellerin Klara Deutschmann und Regisseur Gunnar Fuß, beschreibt Eva als ausgesprochen nett und wertschätzend. Sich am Set mit einer Figur auseinanderzusetzen, in der Reduziertheit, die es vor der Kamera brauche, sei sehr spannend – und fühle sich ganz anders an als das Schauspiel auf der Bühne. Während im Theater Gestik und Stimme betont werden müssen, damit sie bis in die letzte Reihe durchdringen, sei vor der Kamera sublime Mimik gefragt. Wo spielt Eva lieber – auf der Theaterbühne oder am TV-Drehort? „Bühne und TV kann man nicht vergleichen, ich mache beides gern“, antwortet sie. Sie war bereits als Jugendliche oft im Kino anzutreffen; noch heute beobachtet sie fasziniert Leinwandgrößen wie Emma Thompson, Olivia Colman und Mads Mikkelsen. Über letzteren sagt sie: „Seine Herangehensweise an Rollen über die Körperlichkeit ist mir sehr nahe.“

Das echte Leben und die Scheinwelt

„Einfach Elli“ wurde im Medicubus sowie im Krankenhaus gedreht. Im Medicubus war unter anderem der Intensivaufnahmeraum angesiedelt, in dem Schwester Wiebke agiert. In den Sommermonaten ist hier ja kein Betrieb, so konnte das Film-Team die moderne Architektur und die ansprechenden Räumlichkeiten gut nutzen. Im Krankenhaus wurde hauptsächlich im B-Trakt gedreht – im neuen dritten Stockwerk, auf dem die Palliativstation und die Station Bergblick Plus untergebracht sind. Von hier aus genießen Patient:innen einen herrlichen Blick auf den Wilden Kaiser. Das Filmteam hat ihn – zumindest in den Pausen – wohl ebenfalls genossen. Und doch: In einem Krankenhaus zu drehen, in unmittelbarer Nähe von Krankheit und auch Tod, sei für manche Kolleg:innen gar nicht so einfach gewesen, erzählt sie. Sie selbst habe diese Tatsache nicht belastet. „Natürlich ist es nicht einfach. Aber das sind Themen, die für mich im Leben dazugehören, ich bin so aufgewachsen.“ Das Nebeneinander von echtem Leben und Film-Scheinwelt habe am Set gut funktioniert. „Es war ja auch alles gut organisiert, damit der Betrieb des Krankenhauses möglichst nicht gestört wurde.“
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Krankenhaus seien offensichtlich gut vorbereitet worden und hätten sich gefreut, „das Fernsehen“ im Haus zu haben. „Manche Ärzt:innen und Pflegekräfte ließen es sich nicht nehmen, nach der Nachtschicht eine weitere Schicht als Statist:in am Set zu schieben“, erinnert sich Eva schmunzelnd. „Man hat gemerkt, wie viel Freud­e da herrschte im ganzen Haus.“ Sollte es nach den beiden abgedrehten 90-minütigen Folgen eine Fortsetzung geben – das hängt von den Einschaltquoten ab – will Eva gerne wieder mit dabei sein.
Bis es so weit ist, dürfen wir uns aber wieder auf Geschriebenes von ihr freuen. Eva Maria Gintsberg arbeitet gerade an einem Roman mit dem Titel „Oblonga“. Worum es darin geht, verraten wir noch nicht. Außerdem wird im Mai im Westbahntheater in Innsbruck ihr Stück „Bei fünf Grad schmilzt kein Herz“ uraufgeführt. Die Besetzung kann sich sehen lassen: Es agieren Brigitte Jaufenthaler, Andrea Praxmarer und Markus Oberrauch; für die Regie konnte man Torsten Schilling gewinnen. Dazwischen ist Eva immer wieder auch auf Lesungen zu hören und sehen. Und schon sehr bald werden wir sie als Schwester Wiebke im Fernsehen erleben. 

Doris Martinz

*politisch korrekt heißt es
natürlich Gesundheits- und Krankenpflegefachkraft