Austausch, Vernetzung und Wissensvermittlung rund um digitale Themen

Kitzbühel. Der Digitalverein Kitzbühel hat im Juni im Rahmen seiner Jahreshauptversammlung im Achenquartier der Sparkasse Kitzbühel Bilanz über das erste Vereinsjahr gezogen und einen Ausblick auf die weiteren Vorhaben gegeben.

Der Verein wurde im Mai 2025 gegründet. Aus den ursprünglich acht Gründungsmitgliedern rund um Obmann Thorsten Peisl sind innerhalb eines Jahres 66 Mitglieder geworden. Der Verein sieht darin eine Bestätigung für den Bedarf an Austausch, Vernetzung und Wissensvermittlung rund um digitale Themen in der Region.

Ziel des Digitalvereins ist es, ein regionales Netzwerk aufzubauen, das Bildung, Austausch und konkrete Initiativen im Bereich Digitalisierung fördert. Dazu wurden im ersten Vereinsjahr mehrere Veranstaltungen organisiert, darunter Formate zu Cybercrime-Prävention, digitalem Geld und Zukunftsthemen. Auch regelmäßige Mitgliedertreffen wurden etabliert.

Im Rahmen der Jahreshauptversammlung wurde zudem eine angepasste Mitgliederstruktur vorgestellt. Künftig soll zwischen ordentlichen und fördernden Mitgliedern unterschieden werden. Ordentliche Mitglieder leisten einen Jahresbeitrag von 250 Euro. Fördernde Mitglieder können sich mit einem reduzierten Beitrag von 50 Euro beteiligen, wenn sie aktiv Aufgaben im Verein übernehmen, etwa bei Veranstaltungen, Interessensgruppen oder organisatorischen Tätigkeiten. Ziel ist eine aktive Vereinsstruktur, in der Mitglieder nicht nur teilnehmen, sondern sich auch einbringen.

Ein Schwerpunkt der Versammlung war die interne Organisation des Vereins. Mit Unterstützung von Kitz Support wurde ein digitales Kommunikations- und Verwaltungssystem als Pilotprojekt umgesetzt. Die Plattform soll die Mitgliederverwaltung, Gruppen, Veranstaltungen, Wartelisten und die interne Kommunikation bündeln. Die Umsetzung erfolgte mithilfe von KI-gestützter Programmierung innerhalb weniger Tage. Laut Obmann Thorsten Peisl zeigt dieses Projekt, welche Effizienzsteigerungen durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz möglich sind. Gleichzeitig wurde betont, dass bei solchen Anwendungen Fragen der IT-Sicherheit von Beginn an berücksichtigt werden müssen.

Neben der internen Plattform wurden auch neue Formate und Interessensgruppen vorgestellt. Geplant sind unter anderem eine KI-Gruppe sowie eine Gruppe zu Robotics und Automation. Diese Gruppen sollen sich selbstorganisiert mit konkreten Themen befassen und vom Verein organisatorisch unterstützt werden. Zusätzlich soll es neben den bestehenden Frühstückstreffen weitere Mitgliederformate geben, darunter einen „Digitalen Salon“ als Abendveranstaltung.

Für die kommenden Monate stellte der Verein mehrere Initiativen vor. In Zusammenarbeit mit der AI Factory Austria wird an einem Projekt zu KI-gestützten Entscheidungsassistenten gearbeitet. Dabei sollen regionale Daten genutzt werden, um Entscheidungsprozesse bei Entwicklungsprojekten besser zu unterstützen.

Ein weiteres Vorhaben ist die „Digitalstadt“. In Zusammenarbeit mit dem Standortmarketing Kitzbühel wird an digitalen Anwendungen gearbeitet, die sich sowohl an Bürger als auch an internationale Gäste richten können. Derzeit laufen dazu Zielgruppen- und Marktanalysen.

Auch das Projekt „Digitalscheine“ wurde präsentiert. Es befasst sich mit der Weiterentwicklung regionaler Gutscheinsysteme und der Frage, wie digitale Lösungen zur Stärkung regionaler Wirtschaftskreisläufe beitragen können. Eine erste Analyse zeigt, dass über bestehende Gutscheinsysteme derzeit nur ein sehr geringer Anteil der Kaufkraft im Bezirk gebunden wird. Der Verein sieht hier weiteres Potenzial.

Zum Abschluss der Versammlung gab die Sparkasse Kitzbühel als Gastgeber Einblicke in das Achenquartier. Das Gebäude dient der Sparkasse derzeit als moderner Arbeitsstandort und wurde in Holzmodulbauweise errichtet. Im Anschluss bestand für die Teilnehmer die Möglichkeit zur Besichtigung des Hauses.