Monika oder Sandra von der Familien- und Sozialberatungsstelle in St. Johann haben immer ein offenes Ohr – für (fast) alle Belange.

Es gibt Situationen im Leben, die wir nicht allein bewältigen können. Und das müssen wir auch nicht, denn es gibt Hilfe. In St. Johann sind Monika Rodlmayr und Sandra Rozsnyai von der Familien- und Sozialberatungsstelle die erste Anlaufstelle für alles, was das Leben so bringt: Konflikte im Umfeld Schule, Arbeit oder Familie, Probleme zwischen Generationen oder mit pubertierenden Jugendlichen, Sorgen betreffend Suchterkrankungen, ganz allgemein betreffend Gesundheit oder auch Finanzen – und vieles mehr. Seit Monika und Sandra ihre Vorgängerinnen im Herbst letzten Jahres abgelöst haben, sind sie im JUZ für St. Johanner:innen jeden Alters da: für Einzelpersonen, aber auch für Paare, Eltern, Familien. Die Beratungen sind kostenlos, vertraulich, völlig wertfrei und anonym. „Man muss bei uns nicht einmal seinen Namen sagen, wenn man nicht will“, bestätigt Monika. Sie ist Sozialarbeiterin und führt eine eigene Praxis als Supervisorin und Organisationsentwicklerin. Sie bringt viel Wissen mit, unter anderem in der offenen Jugendarbeit, bei Familienthemen, Schule und Erziehung.
Sandra hat über 20 Jahre Erfahrung im KIJU-Bereich gesammelt und arbeitet seit 2024 selbstständig in freier Praxis und bei der Beratungsstelle als Klinische & Gesundheitspsychologin.
Beide Beraterinnen sind erfahren und gut vernetzt. Nicht jedes Problem können sie selbst lösen, sie kennen jedoch die richtigen Anlaufstellen und stellen bei Bedarf die entsprechenden Kontakte her. Die Beratungsstelle wird vom Bund finanziert und ist als Verein organisiert, die Gemeinde stellt die Räumlichkeiten zur Verfügung.

Wichtiger erster Schritt

„Der erste Schritt in die Beratungsstelle ist oft der schwierigste für die Menschen“, weiß Sandra. Es gelte, sie dort abzuholen, wo sie sich emotional befinden, und erst einmal eine Entlastung herzustellen. „Dass die Leute zu uns kommen, ist der erste Schritt zur Lösung.“
Beim Entlastungsgespräch können sich Hilfesuchende alles von der Seele reden. „Einer neutralen, außenstehenden Person die Situation zu schildern, manches dort zu lassen, das ist kein Makel, sondern tut einfach gut“, beschreibt es Sandra. Für die Beratungsstelle braucht es keine Überweisung, die Leistungen sind kostenlos, und für gewöhnlich gibt es auch keine langen Wartezeiten. „Oft hilft man schon mit Kleinigkeiten“, sagt Monika. Die Gespräche sollen entlasten, unterstützen und eventuell einen Perspektivenwechsel möglich machen, zehn Termine sind kostenlos. „Wir können eine notwendige Therapie nicht ersetzen, aber zumindest kann man bei uns einmal andocken“, so San­dra. Dass Menschen Hilfe suchen, ist für sie nicht verwunderlich: In Zeiten wie diesen, in denen im Außen so viel los ist, sei es manchmal schwierig, bei sich zu bleiben. Wenn zu den Reibereien in der Familie vielleicht noch Stress am Arbeitsplatz komme oder eine fordernde Diagnose beim Arzt, dann könne das schon einmal zu viel sein, so Sandra.
Aus ihrer Sicht entstehen manche psychischen Erkrankungen auch daraus, dass wir uns keine Zeit mehr nehmen zu trauern – um liebe Menschen, die verstorben sind. Oder auch um den Partner, den man durch eine Trennung verliert oder den Lebensabschnitt, den man hinter sich lässt. „Trauer ist eine so massive Emotion. Unverarbeitete Trauer kann psychische und physische Auswirkungen haben, ich sehe das sehr oft. Wir haben überhaupt wenig Umgang mit Abschied und Verlust“, merkt Sandra kritisch an.

Beglückende Momente

Monika und Sandra wohnen nicht in der unmittelbaren Umgebung. Die geografische Distanz zwischen ihrem Wohn- und Einsatzort sehen sie durchaus positiv: „Für gewöhnlich trifft man uns nicht in der Marktgemeinde, das gibt unseren Klientinnen und Klienten eine gewisse Sicherheit. Und uns auch: Wir sind völlig unbelastet von dem, was im Ort passiert oder über wen was gesprochen wird, das hat keinen Einfluss auf unsere Arbeit“, erklärt Monika.
Oft können sie und ihre Kollegin helfen – aber nicht immer. „Es gibt leider keinen Super-Satz, der alles heilt. Manchmal stoßen wir an unsere Grenzen, dann bleibt nur, die Situation mit den Menschen auszuhalten“, so Sandra. Nimmt sie solche Fälle gedanklich mit nach Hause? „Wir sind Menschen, wir nehmen immer etwas mit nach Hause. Aber wir haben gelernt, damit umzugehen“, antwortet sie. „Man kann nicht alle retten, man lernt, das auszuhalten“, pflichtet Monika ihrer Kollegin bei. Sie finde ihren Ausgleich in der Natur beim Laufen und Berggehen, erzählt sie. Sandra erdet sich unter anderem beim Spazierengehen mit ihrem Hund und beim Yoga.
Viel öfter erleben die beiden aber ohnehin schöne, erfüllende Momente. Wenn sie zum Beispiel verfolgen können, wie Menschen ihr Leben wieder selbst in die Hand nehmen, wie sie wieder Mut und Zuversicht schöpfen. Auch gutes Feedback macht sie glücklich. „Wir können ja helfen und unterstützen, ins Handeln kommen müssen unsere Klientinnen und Klienten jedoch selbst. Wenn wir positives Feedback erhalten, dass unsere Beratung hilfreich war, dann ist das auch für uns ein beglückender Moment. Dann wissen wir, dass es unsere Arbeit braucht, dass sie Sinn macht“, beschreibt es Monika.
Habt ihr etwas auf dem Herzen? Meldet euch gerne bei der Beratungsstelle!

Doris Martinz

 

Familien- und Sozialberatungsstelle St. Johann

jeden Dienstag 15–19 Uhr im JUZ, nur nach Terminvereinbarung
(Tel. oder E-Mail) Tel.: 0660/8282691,
fbz@a1.net