Beim Unternehmertreffpunkt Anfang April überraschte der Bürgermeister mit einer Ankündigung.
Der erste Unternehmertreffpunkt im heurigen Jahr fand in der Druckerei Hutter statt, zirka 50 Unternehmer:innen aus St. Johann stellten sich zum geselligen Austausch mit Frühstück ein. Im Mittelpunkt der Gespräche standen betriebliche Fragen sowie die aktuellen Projekte der Gemeinde St. Johann, über deren Entwicklung Bürgermeister Stefan Seiwald informierte. Zuvor jedoch bedankte sich der Ortschef beim Team des Ortsmarketings, bei allen Blaulichtorganisationen und Vereinen im Ort, ohne die vieles nicht möglich wäre. Auch für den Gemeinderat fand er anerkennende Worte: „Wir arbeiten überparteilich gut zusammen, das Wohle St. Johanns steht für alle im Vordergrund.“
Seiwald umriss in der Folge einige Projekte und informierte über deren aktuellen Stand. So seien die Planungen für die Egger-Kreuzung und die Bachern-Kreuzung fertiggestellt. „Die Grundstücksverhandlungen sind im Gange.“
Großes Augenmerk lege man auf den Hochwasserschutz. Im Fokus stehen dabei Fieberbrunner Ache, Großache, Steinerbachl und Maurerbach. Geprüft werden sowohl Schutzmaßnahmen entlang der Gewässer als auch wirksame Retentionsräume. „Die ministerielle Begehung findet in Kürze statt.“
Ein weiteres Projekt steht direkt vor Umsetzung: Man errichtet in der Gemeinde vier Unterflurproblemstoffsammelstellen, die für die Bürger:innen rund um die Uhr mit der St. Johann Card zugänglich sind. Davon erwartet man sich auch eine Verkehrsentlastung bei der jetzigen Sammelstelle.
Alles nach Plan beim „Koasastadion“
Im Zeitplan liegt man beim Neubau des Koasastadions, die Bodenplatte ist verlegt. Im Herbst sollen die Kabinen fertiggestellt sein, sodass man den Spielbetrieb aufnehmen kann. Einige Wochen später sollte dann alles fertig sein: ein multifunktionales Gebäude, das allen St. Johanner:innen zur Verfügung steht – und auch der Bergrettung ein neues, modernes Zuhause sein wird. 6,7 Millionen Euro investiert die Gemeinde in das Projekt, die Förderung vom Land fällt mit 750.000,- Euro für Seiwald enttäuschend aus. Das Vermieten von Räumlichkeiten für Seminare und Veranstaltungen mit Blick auf den Wilden Kaiser und das Kitzbüheler Horn soll später bei der Finanzierung helfen.
Bitte warten …
Nicht ganz planmäßig geht es beim „Haus der Generationen“ voran. Grund für die Verzögerung sind offene Ausschreibungen und noch nicht vergebene Gewerke. Erst, wenn hier alles unter Dach und Fach ist, prüft die Wohnbauförderung des Landes, ob und in welcher Höhe gefördert wird. Ziel sei es, so Seiwald, bis Anfang Mai alle Ausschreibungen fertigzustellen. Dann können die Aufträge vergeben werden, und erst danach kann man auf grünes Licht seitens der Wohnbauförderung hoffen. Der konkrete Baubeginn bleibt also noch offen.
Schon bald wird hingegen ein alternativer Kinderspielplatz zu Spatzennest entstehen, und auch der Kaisersaal-Spielplatz wird wieder aktiviert.
Neue Volksschule
Aufhorchen ließ Stefan Seiwald mit der Ankündigung eines geplanten Neubaus der Volksschule St. Johann, immerhin der zweitgrößten Tirols. Ein Prozess zur Anpassung an die neuen Anforderungen habe gezeigt, dass das bestehende Gebäude – wiewohl baulich in gutem Zustand – langfristig aufgrund geänderter Ansprüche durch Inklusion, kleinere Gruppen und zusätzliche Bewegungsflächen doch zu klein sein dürfte. Die Verantwortlichen in der Gemeinde denken deshalb bereits über einen Neubau nach. Als möglichen Standort nannte Seiwald den Ortsteil Weitau. „Wir stehen damit noch ganz am Anfang und suchen noch nach einem geeigneten Grundstück.“
Ob er vom Huber-Turm aus danach Ausschau hält? „Wenn ich da oben stehe und ich sehe zehn Kräne, weiß ich, dass es unserer Wirtschaft gut geht“, meinte der Ortschef. Die Weichen dafür, dass auch in den nächsten Jahren in der Marktgemeinde viele Kräne im Einsatz sein werden, sind gestellt.
Doris Martinz
