Franz Sinnesberger und Hannes Söllner machen mit „Gearheads“ in der „SINN.CITY“ ihre Leidenschaft zum Beruf.
„Das wird schon ein spannender Moment, wenn unsere Leute zum ersten Mal das Auto eines Kunden aufheben und daran schrauben. Bislang waren es ja immer nur unsere eigenen, an denen wir beide gearbeitet haben“, so Franz Sinnesberger bei unserem Gespräch mit einem breiten Lächeln zu seinem neuen Geschäftspartner Hannes Söllner. Franz und Hannes werden die Werkstatt „Gearheads“, die im Zuge der „SINN.CITY“ in Kirchdorf entsteht und in wenigen Wochen ihre Tore öffnen wird, gemeinsam betreiben. Was bedeutet „Gearheads“ eigentlich? „Es ist der amerikanische Ausdruck für das, was wir beide sind, wenn wir uns im Freundeskreis in der Garage treffen und daran werken, einen Oldtimer in Gang zu setzen: Dann sind wir, ,Gearheads’, leidenschaftliche Auto-Schrauber oder eben ,Schraufer’, wie wir bei uns sagen“, erklärt Hannes lachend. Seit seiner Kindheit geht es bei ihm immer auch um Autos: Vater und Bruder sind KFZ-Mechaniker, und auch Hannes – im echten Leben Zahntechniker und Betreiber des „Ärzte Haus“ in Erl – war und ist oft in einer Werkstatt zu finden, genauso wie Franz. Aus dem gemeinsamen Hobby wurde nun eine Geschäftsidee. Eine, die sie mit viel Passion verfolgen.
Offene Werkstatt für alle Marken
Nun sind die beiden „Schraufer“ selbst keine Meister des Fachs und haben deshalb für ihre Werkstatt ein Team aus Profis zusammengestellt: einen KFZ-Meister, zwei KFZ-Techniker und einen Lackierer, der in der hauseigenen Lackiererei agiert. Sie alle verbindet die Liebe zum Handwerk, sie alle sind „Schraufer“ aus Leidenschaft mit einem großen Herz für Oldtimer und Gebrauchte. „Das Coole ist, dass unser Team von selbst zusammengefunden hat, ganz ohne Stellenausschreibungen“, erzählt Franz. „Wir ticken alle gleich, das verbindet uns.“
„Gearheads“ wird als markenoffene Werkstatt betrieben. Der besondere Fokus liegt auf Klassikern und älteren Fahrzeugen – willkommen sind aber Autos aller Marken und Baujahre. „In wirtschaftlich schwierigeren Zeiten wird man Autos länger fahren. Da braucht es Leute, die das notwendige Fachwissen haben und auch Wertschätzung für die Gebrauchten“, so Franz. Einen behüteten Oldtimer gebe man ohnehin am liebsten nur in die Hände von Leuten, die die Begeisterung für motorisierte Schätze aus der Vergangenheit teilen. „Die sind bei uns richtig“, bestätigt Hannes. Der St. Johanner besitzt einen Ford Ranger Pick-up aus dem Jahr 1977, Franz einen Ranger aus 1975. Beide Fahrzeuge haben keinen großen materiellen Wert. Der Wert ihrer Pick-ups liegt woanders: „Wir haben sie direkt aus den USA importiert und selbst hergerichtet; sie sind viele Jahre lang gefahren worden und waren auf Farmen im Einsatz. Solche Autos erzählen eine Menge Geschichten, man verbindet sie mit harter Arbeit, aber auch mit Abenteuer und Freiheit. Das ist es, was uns fasziniert“, beschreibt es Franz. Er und Hannes freuen sich darauf, ihre Community über die Werkstatt zu erweitern und noch mehr Besitzer und Besitzerinnen von Oldtimern aus aller Welt kennenzulernen und sich mit ihnen auszutauschen.
Für mehr Freude am Fahren
Selbst Besitzer von Oldies, wissen Hannes und Franz, mit welchen Herausforderungen Oldtimer-Fahrer und -Fahrerinnen konfrontiert sind. Im Schadensfall, beispielsweise nach einem Unfall, kann man manchmal nicht einfach ein neues Teil bestellen, sondern muss es selbst bauen. In Fällen wie diesen laufen die „Gearheads“ zur Höchstform auf. Das tun sie auch bei der Reparatur von Lackschäden: „Bei einem Oldtimer ist der Aufbau des Lacks oft anspruchsvoll und ganz anders als bei neuen Autos. Wir haben in diesem Bereich viel Know-how und selbst die größte Freude, wenn wir unserer Kundschaft helfen können“, so Hannes. Seine Leistungen kann das Team aufgrund der Stärke der Mannschaft zeitnah anbieten – ein wichtiger Faktor, wenn das Auto nur wenige Monate im Jahr gefahren wird.
Worüber sich Oldtimer-Besitzerinnen vermutlich ebenso freuen werden, sind die klimatisierten Autoboxen, die in der „SINN.CITY“ angeboten werden: Hier steht der Liebling auf vier Rädern sicher und trocken. „Wer mag, gibt im Herbst seinen Oldie bei uns ab, wir machen einen Wintercheck, stellen das Auto bei uns ein und nehmen einen weiteren Check vor, bevor wir es im Frühling fahrbereit übergeben. Kein umständlicher Transport, keine Feuchtigkeit, kein Salz, kein Ärgern, dass Batterie oder Verteiler nach sechs Monaten Pause nicht funktionieren“, schildert Franz die mögliche Vorgehensweise, und er setzt nach: „So kann man seinen Oldie einfach nur lieben und mit Freude fahren, und er behält seinen Wert.“
Natürlich sind aber auch Neuwagen bei den „Gearheads“ willkommen. Parkschaden, Reifenwechsel, Service oder Pickerl? Auch mit dem Alltagsauto ist man hier an der richtigen Adresse. Zur Werkstatt gehört außerdem ein „Reifenhotel“ – damit sind nicht nur die Autos, sondern auch Sommer- und Winterreifen bestens aufgehoben. Und weil Autos beim Fahren nun einmal auch schmutzig werden, wird die „SINN.CITY“ mit einer hochmodernen Waschstraße names „Fast Jane” erweitert.
Die „Gearheads“ machen am 14. September den Anfang, die Waschstraße „Fast Jane” öffnet im Oktober. Fest steht aber schon jetzt: Mit der „SINN.CITY“ entsteht in Kirchdorf ein neuer Erlebnis- und Dienstleistungsstandort rund ums Auto. Markthalle, kaff., Tankstelle, die „Fast Jane“, Self Storage, Lade-
infrastruktur und die neue freie Autowerkstatt „Gearheads“ verbinden sich zu einem modernen Gesamtkonzept. Und in jedem einzelnen Bereich ist sie spürbar: die Leidenschaft und die Freude am Fahrzeug, die alle verbindet.
Doris Martinz
