Wie sich Monika „Ska“ Schnitzler von Berlin über Norwegen bis nach Tirol „klopfte“ …
Draußen ist es grau, nass und kalt an jenem Dezembertag, an dem ich Monika bei ihr daheim besuche. Das alles ist vergessen, als sie ihre Wohnungstür öffnet. Ich trete ein in eine lichte Welt zarter Pastelltöne, getaucht in meditative Klänge und eingehüllt in Zirbenduft. Monika trägt Weiß. „Weiß beinhaltet physikalisch alle Spektral-Farben, wir sehen sie bloß nicht“, meint sie lächelnd.
Luftig, harmonisch und meditativ so könnte man vielleicht auch viele ihrer Gemälde beschreiben. Viel Weiß, zarte Pastellfarben, dynamische Kreise, Pinselstriche, Tupfer. Gegenständliches sucht man vergebens. „Ich habe früher viel Landschaften und Figürliches gemalt und gezeichnet, mir war das Abbilden wichtig. Das interessiert mich seit einiger Zeit nicht mehr, das reine Abbilden. Die Freiheit des Abstrakten spricht mich jetzt viel mehr an“, erklärt Monika.
Akademische Ausbildung
Monika wurde in Bayerisch Schwaben geboren, hat familiäre Wurzeln im Allgäu und in Südtirol und wuchs in ihrer Familie mit drei Geschwistern auf. Schon immer malte und zeichnete sie leidenschaftlich gerne. Nach der Fach-Matura im Bereich Gestaltung erwarb sie an der heutigen Hochschule für Gestaltung in Augsburg ihr Diplom als Designerin und studierte in Berlin an der Hochschule der Künste Malerei, Bildhauerei und Kulturpädagogik. Mehrere Jahre lang begleitete sie als Assistentin einen angesehenen Künstler aus Japan und bearbeitete in einem Steinbruch in Norwegen und auf mehreren internationalen Symposien riesengroße, tonnenschwere Skulpturen aus Stein. „Das große Format war immer schon meins“, sagt sie augenzwinkernd. Als der japanische Künstler an der Sommerakademie in Salzburg lehrte, begleitete sie ihn auch dorthin und kam über eine Bildhauer-Freundin schließlich nach Tirol. Für ihren langjährigen Lebensgefährten Klaus (Texter, Grafiker) fungierte sie auch als Creativ Direktorin bei Agenturprojekten in Tirol. „Ihre Inputs waren z.B. entscheidend dafür, dass zwei Projekte mit dem „Tirolissimo“ (Tiroler Landespreis für Werbung, Kategorie Allgemeiner Wirtschaftsprospekt) ausgezeichnet wurden“, berichtet Klaus.
Rund, weich, voll zarter Energie
Monika unterrichtet seit langem an der Volkshochschule Tirol im Bezirk Kitzbühel und hat auch die Bezirksleitung. Sie gibt selbst Kurse für Malerei und Töpfern. „Wenn du Kurse leitest, musst du selbst aktiv sein“, so ihre Meinung dazu. Kreationen ihrer Töpferkunst sind überall im Raum verteilt: Erdfarbene Teller zum Beispiel, in die sie noch im rohen Zustand Blätter gedrückt hat – wunderschön. Eine große Schale hat Monika vor ein besonderes Bild arrangiert, das eine goldene Scheibe auf rosa Grund zeigt, die untere Hälfte der Scheibe ist pinkfarben betupft. „Die Umarmung des Mondes“, heißt das Bild. Auf den Werken sind allgemein oft Kreise und Rundungen zu sehen. Das Spektrum reicht von energievoller, vielschichtiger Zartheit bis zu spannend gesetzten Kontrasten, auch mit Anklängen an die japanische Zen-Kultur. So auch auf zwei kleinen Bildern im Wohnraum. Darauf deutet Monika jetzt: „Die habe ich als Jugendliche gemalt. Es hat lange gedauert, bis ich zu meinen Ursprüngen zurückgekehrt bin.“ Dazwischen liegen viele spannende Werke, Aktzeichnungen in Kohle, Radierungen, Acryl-Gemälde, Mischtechnik, Aquarelle, Skulpturen. Monika hat einige Ausstellungen in Deutschland und Tirol gemacht. In Tirol meist eingeleitet von fantasievollen Vernissagen, an denen unter anderem auch Künstler:innen wie Anahita Ahsef (Opernsängerin), Milli Poblete (Sängerin) und Musiker:innen sowie Tänzer:innen der Tiroler Ballettschule St. Johann beteiligt waren. Aktuell ist jetzt im März eine kleine Auswahl ihrer Gemälde im „Café Evi“ in Kitzbühel (Hornweg 5) zu sehen.
Doris Martinz
