Der Badmintonclub Kitzbühel–St. Johann in Tirol stellt sich vor.

Wir treffen uns im gemütlichen Zuhause der Familie Stocker in St. Johann in Tirol. Was wie ein Geheimtipp klingt, hat das Ehepaar Babsi und Gery bereits vor vielen Jahren für sich entdeckt – die Rede ist von Badminton. „Wir haben nach einer Sportart gesucht, die uns beiden gefällt und Spaß macht – das haben wir hierbei gefunden,“ erinnert sich Babsi. In einer Zeitungsannonce wurde ein Schnuppertraining angeboten, so kamen die beiden zum Badmintonclub. „Anfangs wussten wir gar nicht genau, was uns erwarten wird,“ meint Babsi lachend. Was ihnen auf Anhieb gut gefallen hat, war, dass man ohne sonderlich viel Equipment und technische Vorkenntnisse Freude am Spielen hat. „Das Einzige was man braucht sind Hallenschuhe, denn Schläger kann man sich beim Verein ausleihen – dann geht’s auch schon los.“ Die Trainings zweimal die Woche wurden schnell zum fixen Programmpunkt, das war um 1997 – seitdem ist die Sportart mit den schlanken Schlägern und dem federgeschmückten Korkball für die beiden nicht mehr wegzudenken.

Federball oder Badminton?

„Den Kindern erkläre ich es immer so: während beim Federball die Länge vom Ballwechsel zählt, spielt man bei Badminton den Ball vom Gegner weg, um Punkte zu machen,“ so Gery. Weiters wird Badminton stets auf einem Feld in einer Halle mit Bodenmarkierung und einem mittigen Netz ausgetragen. „Je nachdem mit was für einer Intensität man spielt, kann es ein sehr schneller Sport mit vollem Körpereinsatz sein,“ führt er aus. Die federleichten Bälle können dabei eine ordentliche Geschwindigkeit erreichen – der Weltrekord liegt bei 493 km/h. Trainiert wird im Badmintonclub immer dienstags in Kitzbühel und donnerstags in St. Johann in Tirol, Austragungsstätte sind die Sporthallen der Mittelschule in Kitzbühel und des Gymnasiums in St. Johann in Tirol. Was für Ziele sich die Spieler stecken, ist ihnen selbst überlassen, da wird niemand in eine Richtung gepusht. „Wir haben viele Hobbyspieler, die gerne zum Training kommen einfach der Spielfreude willen. Die ehrgeizigen Spieler kommen auch auf ihre Kosten und werden bestmöglich unterstützt,“ erzählt Babsi. Den bisher größten Vereinserfolg feierte der Badmintonclub 2021 mit dem Tiroler Meistertitel mit der Mannschaft. Stolz sind sie auch auf Markus Perschinka, der Schüler aus Fieberbrunn ist der amtierende Tiroler Meister der Jugend U17. Erfolgreich ist der Verein auch in einer neuen Sportart, nämlich Racketlon. „Beim Racketlon wird je ein Satz Tischtennis, Badminton, Squash und Tennis gegen denselben Gegner gespielt“, erklären Babsi und Gery.

Buntes Vereinsleben

Mit der Begeisterung für Badminton wuchs auch die Verantwortung im Verein, die Babsi und Gery gern übernahmen. Gery ist leidenschaftlicher Kindertrainer und seit 2016 Obmann, Babsi Schriftführerin und gute Seele vom Badmintonclub Kitzbühel– St. Johann in Tirol. Vor Kurzem wurde Gery sogar die goldene Tiroler Ehrenamtsnadel vom Landeshauptmann Günther Platter feierlich verliehen. „Ich war überrascht, dass ich von der Gemeinde vorgeschlagen worden bin und habe mich riesig gefreut,“ so Gery.
Dass das Wohl der Mitglieder Babsi und Gery wichtig ist, und dass sie ihre Ämter mit Herzblut bekleiden, zeigen zahlreiche Vereinsaktivitäten, die auch während dem Lock Down nicht gänzlich versickert sind. „Die Pandemie war für uns auch vereinstechnisch eine schwere Zeit,“ sagt Babsi. „Um den Kontakt zu den Mitgliedern aufrecht zu erhalten, haben wir uns beispielsweise eine Osteraktion einfallen lassen.“ Dabei haben Babsi und Gery unter Mithilfe ihrer Kinder Daniela und Philipp, allen Mitgliedern liebevoll gestaltete Einladungen, bestehend aus M&Ms in den Vereinsfarben, zu einer speziellen Fotoaktion verteilt. Gemütliches Beisammensein, Grillereien und Ausflüge – unter anderem zu einem befreundeten Team nach Kaltern inklusive Törggelen – sind Vereinsaktivitäten, auf die sich Babsi und Gery nach der Pandemie wieder freuen. Ein weiteres Top- Event stellt das gut besuchte und über die Grenzen hinaus beliebte Schleiferlturnier dar. „Das ist eines meiner persönlichen Highlights,“ meint Gery und erklärt: „Dabei werden Teams und die Gegner in jeder Runde neu von einer Software per Zufallsprinzip zusammengelost. Der Gewinner beziehungsweise die Gewinnerin bekommt eine Schleife, die am Schläger fixiert wird. Wer zum Schluss die meisten Schleifen hat, ist Sieger.“ Die Turnierleitung wird von Gery übernommen, während sich Babsi um das leibliche Wohl und eine Tombola mit tollen Preisen kümmert.

Badminton verbindet

„Wir haben vor der Sommerpause ukrainischen Flüchtlingen in unserem Bezirk angeboten, kostenlos Badminton spielen zu können“, erzählt Babsi. Um die Interessenten ausstatten zu können, wurden Sportsachen vom Verein gesammelt und zur Verfügung gestellt. „Besonders spannend zu beobachten war, wie die ukrainischen Kinder, die kein Deutsch oder Englisch sprachen, sich beim Training einbrachten. Sie haben kurzerhand das, was unsere Mitglieder taten, nachgemacht – es hat super funktioniert. Zum Schluss konnten sogar einige von ihnen ganz stolz auf Deutsch die Punkte zählen,“ so Gery.

Im September geht’s wieder los

Wer nun auf den Geschmack gekommen ist, eine Sportart auszuprobieren, die vollkommen wetterunabhängig, schnell erlernbar und für jedes Alter geeignet ist, und das in einem Verein mit vielen netten Leuten und zahlreichen Aktivitäten, der ist herzlichst zum kostenlosen Schnuppern eingeladen.
Termine und Preise sind auf der Homepage www.badminton-kitz.at ersichtlich.
Babsi und Gery freuen sich auf euch!

Viktoria Defrancq-Klabischnig